»Der kleine Papst«. Pater Ansgar Löhr, der älteste Salvatorianer, wird 102.

Aus Anlaß seines heutigen 102. Geburtstages veröffentlicht carnival of lights Auszüge einer kurzen Autobiographie des Jubiliars, die dieser vor einigen Jahren verfaßt hat. Diese wird Teil der von Nico Schulte-Ebbert, dem Großneffen Pater Ansgars, herausgegebenen Briefsammlung Briefe aus São Paulo. Pater Ansgars Care-Pakete sein.

Pater Ansgar Löhr wurde am 30. Juni 1910 als Anton Löhr in Sundern im Sauerland als viertes Kind der Eheleute Ernst und Anna Löhr geboren. Mit 14 Jahren kam Anton nach Abschluß der Volksschule auf das Gymnasium der Salvatorianer in Bad Wurzach in Oberschwaben. Mit 22 Jahren schloß er seine Gymnasialstudien mit der Reifeprüfung ab und trat acht Wochen darauf, am 7. September 1932, in das Noviziat des Ordens in Heinzendorf im Kreis Wohlau in Schlesien ein.

Im Jahre 1933 wurde er mit einem Mitbruder in das Mutterhaus der Ordensgesellschaft nach Rom berufen, um sich dort an der Päpstlichen Universität Gregoriana den philosophisch-theologischen Studien zu widmen. Nach zwei Jahren Studiums schickte der Generalobere der Salvatorianer den Frater Ansgar Löhr nach Chester im Nordwesten Englands, um dort an der ordenseigenen Philosophisch-Theologischen Schule für ein Jahr Philosophie zu dozieren. Im Oktober 1936 kehrte Frater Ansgar wieder nach Rom zum Theologiestudium zurück. Am 16. Juli 1939 wurde er in der St. Antoniuskirche der Franziskaner in Rom zum Priester geweiht und feierte am 23. Juli seine Primiz in seiner Heimatstadt Sundern.

Am 16. Mai 1940 schloß Pater Ansgar seine Theologischen Studien mit dem sogenannten Lizenziat ab. Inzwischen hatte ihm der Generalobere seines Ordens auch wissen lassen, daß sein zukünftiges Wirkungsfeld Brasilien sei; er solle dort in der ordenseigenen Philosophisch-Theologischen Schule unterrichten. Am 1. Dezember 1940 begab er sich mit Pater Bruno List per Bahn zunächst auf die Reise in Richtung der italienisch-französischen Grenze, das heißt bis Turin. Dort mußte die Durchreiseerlaubnis für Frankreich beschafft werden. Das dauerte sage und schreibe 13 Tage! Dann ging es per Eisenbahn durch Südfrankreich, quer durch Spanien und Portugal bis Lissabon. Am 23. Dezember lichtete das portugiesische Schiff Quanza die Anker und steuerte auf Südamerika zu, wo die beiden Auswanderer am 7. Januar 1941 in Rio de Janeiro ankamen. Nach einem Aufenthalt von nur vier Tagen ging es am 11. Januar weiter nach São Paulo. Im dortigen Priesterseminar der Salvatorianer dozierte Pater Ansgar Philosophie und Theologie bis 1965.

Im Laufe der 25 Jahre seines Wirkens in Brasilien machte Pater Ansgar dreimal Urlaub in seiner deutschen Heimat und zwar 1950, 1956 (anläßlich der Goldenen Hochzeit seiner Eltern) sowie 1964 (anläßlich seines Silbernen Priesterjubiläums). Im Jahre 1965 schloß die Philosophisch-Theologische Schule der Salvatorianer in São Paulo ihre Pforten aufgrund aufkommenden Mangels an Ordensberufen. Pater Ansgar ging sodann für ein halbes Jahr ins Innere des Landes nach Quarapuava im Staate Paraná, wo er die Seelsorge von fünf Außenstationen der zwei Jahre zuvor gegründeten Pfarrei der Salvatorianer übernahm. Aus der dortigen Land-Seelsorge kehrte er jedoch in die Großstadt-Seelsorge zurück.

Anfang Februar 1966 kam Pater Ansgar in die Heimat zurück. Anlaß war die Diamantene Hochzeit seiner Eltern. Von diesem Zeitpunkt an blieb er – wie ein Jahr zuvor in Rom beschlossen – in Deutschland und übernahm zunächst im März 1967 die Seelsorgestelle am Heilig-Geist-Krankenhaus in Köln. Im Oktober 1970 holte ihn sein Provinzialoberer von dort heraus, weil er, wie er sagte, einen Sekretär und zugleich Ökonom im Provinzialatshaus am Schlesischen Platz in Weidenpesch brauchte. Aber Pater Ansgar drängte es immer in die eigentliche Seelsorge und so brachte er es fertig, daß er 1974 die Ämter in der Verwaltung niederlegen und zunächst als Subsidiar nach Sankt Ursula gehen konnte. Am 20. April 1975 übernahm er dann die Pfarrei St. Bricitus, wo er nach 18 Jahren von allen Ämtern entpflichtet wurde. Im Jahre 1994 ernannte ihn Kardinal Joachim Meisner zum Hausgeistlichen am Provinzialatshaus der Armen Schwestern vom Heiligen Franziskus in Frechen-Königsdorf.

Im 700. Jahr des Bestehens der Freiheit Sundern feierte Pater Ansgar Löhr im Juli 2010 seinen 100. Geburtstag in seiner Heimatstadt. Seit 2011 lebt er im Salvatorianer-Kloster Steinfeld.

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