Party mit Paul McCartney

Im Traum findet man sich schon mal auf einem Paul-McCartney-Konzert wieder. Kein großes, öffentliches Konzert – nein, eher eine Privatvorstellung. Das Publikum ist überschaubar; wahrscheinlich eine Geburtstagspartygruppe. Diese hat sich im dazugehörigen Geburtstagspartyraum eingefunden, einem Keller vielleicht, oder einer kleinen Mehrzweckhalle. Mister McCartney spielt seine bekanntesten und beliebtesten Hits. Hinter ihm flackern bewegte Bilder über eine Videoleinwand, manchmal sieht man auf ihr den Star des Abends, manchmal die Beatles. Karaokemäßig flimmern am unteren Bildrand die passenden Songtexte vorbei. Paul scheint mit einem der Partygäste, möglicherweise dem Geburtstagskind, befreundet zu sein, er ist heute eigentlich gar nicht Mister McCartney, er ist einfach bloß Paul, der sich auf jemandes Party herumtreibt. Er hat keinerlei Starallüren, verteilt bereitwillig Abklatscher, die improvisierte Bühne geht fast nahtlos in die jubelnden Scharen über. In seinem weißen Hemd singt, tanzt, lacht, schwitzt und doooot er wie verrückt. Seine Fans springen auf und ab und johlen die Lieder mit.

Die Träumende möchte das ebenfalls – aber sie kann nicht. Sie singt, aber die Worte sind ihr seltsam fremd. Jeder kennt die Lyrics offenbar, nur sie wundert sich, weshalb sie plötzlich ständig stockt und auf die Leinwand schielt und vergeblich versucht, die nächste Zeile zu erraten. Aktuell könnte es sich um »Magical Mystery Tour« handeln, mit ein wenig Phantasie zumindest, doch irgendwie auch nicht. Die Träumende ärgert sich über ihre ungewohnte Unkenntnis und genießt zugleich im fernen Bewusstsein, dass alles lediglich ein Traum ist, die fabelhafte Stimmung. Später schlendert sie für einen Moment an der frischen Luft umher und entdeckt in der Dunkelheit, ein Stück hinter einem feixenden Menschengrüppchen, Tom Cruise, der heftig mit einer brünetten Unbekannten knutscht. Von drinnen naht Katie Holmes und rennt irritiert davon, als sie ihren fremdknutschenden Göttergatten erblickt. Wie kommen die beiden denn hierher? Ach ja, Tom wurde tatsächlich schon auf Paul-Konzerten gesichtet, das Unterbewusstsein hat diese Information wohl nicht vergessen.

Rund um Paul steppt indessen immer noch der Bär. Paul ist »einer von uns« an diesem Abend, er hüpft begeistert zwischen den Gästen herum und schließt sich sogar einer Polonaise an. Party-Paul inmitten der Party-People. Da alle anderen ringsum es sich nicht nehmen lassen, Paul einmal anzufassen, Paul McCartney höchstpersönlich, probiert auch die Träumende, ihn zu berühren. Sie scheitert wiederholt, als sie durch die Massen der tastenden und tatschenden Hände zu ihm und seinem schmächtigen, weißhemdigen Körper hindurchgreifen möchte, und findet sich auf einmal erneut im Freien wieder, ist unterwegs zu einem Bahnhof, muss unbedingt einen bestimmten Zug erwischen. Langsam wabern die Musik und Partyerlebnisse von ihr fort, schwindet der Traum hinweg, bis sie in dem zarten Zwischenzustand des Halbschlafes angekommen ist. Ein lautes Rumpeln aus der Nachbarwohnung, und sie ist endgültig wach.

Bye-bye, Paul.

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