Nachdenken über den Weg

»Nachdem er drei Tage und drei Nächte geritten war, kam er an die Stelle, aber er entschied, man könne nicht dahin kommen.
Er hielt deshalb an, um nachzudenken.
Dies muß die Stelle sein. Wenn ich an die Stelle gekommen bin, dann bin ich ohne Folgen.
Oder dies ist nicht die Stelle. Dann hat das keine Folgen, aber ich selbst bin nicht vermindert.
Oder dies könnte die Stelle sein. Aber ich bin dort nicht angekommen. Ich bin hier vielleicht immer schon gewesen.
Oder niemand ist hier und ich bin vielleicht nur ein Teil der Stelle und in der Stelle. Und niemand ist angekommen.
Dies ist vielleicht nicht die Stelle. Dann bin ich nützlich, habe Folgen, bin aber nicht angekommen.
Aber dies muß die Stelle sein. Und da ich dort nicht ankommen kann, bin ich nicht ich, bin ich nicht hier, ist hier nicht hier.
Nachdem er drei Tage und drei Nächte geritten war, kam er nicht an die Stelle und ritt erneut aus.
Lag es daran, daß die Stelle ihn nicht erkannte oder ihn nicht finden konnte? Oder konnte er nicht?
In der Geschichte heißt es nur, man müsse an die Stelle kommen.
Nachdem er drei Tage und drei Nächte geritten war, kam er an die Stelle, aber entschied, daß man nicht dahin kommen kann.«
(Harold Bloom)

Advertisements

Kommentare sind herzlich willkommen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s