Märzmeditation, windstill

Die Tage wachsen. Jeder einzelne ist die Weiterentwicklung seines Vorgängers; jeder einzelne kann nicht isoliert gelebt werden; jeder einzelne ist die Vor- und Grundlage, der Seufzer und die Antwort des ihm nachfolgenden. Wir leben im Transit. Wir leben ohne Vollendung. Tage sind Versuche – wertlose, unfertige, stumme Versuche, die uns antreiben, die uns erleben, die uns der Gegenwart berauben. Das Gesagte und Gedachte und Gefühlte ist aufgeschoben, wartend auf einen neuen Aprilschauer, auf eine neue Julisonne, einen neuen Dezemberfrost. Der Tag existiert im tiefen Vergessen, weit entfernt von uns, unerreichbar. Wir leben nicht den Tag, wir leben Tage, unbestimmte Hunderte vielleicht, doch niemals mehr. Die Tage sind Widerholungen, Wiederholungen mit reaktiven Nuancen, die sich gegenseitig ersetzen und befragen. Wir können nur zurückgehen, weil das Zurück unsere Lebensrichtung beschreibt, das Zurück und das Gegen. Es gibt kein Vorwärts, es gibt nur das Wachsen ins Gestern. Das Vergangene ist rund und angebrochen. Es schenkt uns die Bühnen, auf denen wir agieren und erschaffen, und in deren Nischen wir Platz für den Kampf des Lebens finden. Doch wir zerfließen letztendlich, werden zerrieben und zerstört in der unvorstellbaren Magie der Zeit. Existenz, dein Name ist Betrug!

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